REHA - 3-fach-Beckenosteotomie

Direkt zum Seiteninhalt
REHA in Bad Sassendorf - Klinik Lindenplatz


Vom 26.06. bis 17.07.2019 war ich dann zur REHA in Bad Sassendorf. Die Klinik hatte ich mir selber ausgesucht. Ich hatte schon soviel postives im Forum gelesen und dachte, dieses Mal passt das doch gut. So weit bis ans Meer wäre ja für die Anschlussheilbehandlung eh nicht gegangen.


Im Grunde war auch hier alles nicht wirklich neu. Die ersten 2-3 Tage sind für mich immer etwas doof, ich tue mich dann schon mal schwer bis ich dann genügend MitpatientInnen kennen gelernt habe und so die ersten Fremdheiten abgelegt sind. Wie in allen meine REHAs bisher (ich bin ja schon fast ein REHA-Freak inzwischen, dies war meine 6. REHA) waren die Gespräche mit den Ärzten realtiver Standard und nicht wirklich erwähnenswert. Ich konnte gut äußern welche Anwendungen ich gerne hätte, mir war vorallem die Bewegungsbad-Geschichten wichtig. Dieses Mal war ich dann auch nicht so der Exot, TEP ist ja dann doch eher Standard und in der Klinik Lindenplatz scheint auch jeder zumindest ungefähr zu wissen, was eine 3-Fach-Beckenosteotomie ist, dass musste ich dann dieses Mal niemandem von den Ärzten, Schwestern/Pflegern oder Therapeuten erklären ;-)


Die Anwendungen an sich waren auch nicht wirklich was neues:


  • die üblichen Vorträge zu verschiedenen Themen, jedes Thema meistens auf 3 Termine verteilt

    • je ein Termin zur Begrüßung und Einführung Verhalten bei Hüft-TEP
    • Sozialmedizien (z. B. Übergangsgeld & Co, Schwerbehinderten-Themen und Erwerbsminderungsrente)
    • gesunde Ernährung (echt mal ein guter Vortrag, der auch die Büffetangebote der Klink erklärte)
    • Stressbewältigung
  • Muskelstimmulation (im Grunde Stromanwendung mit aktivem Muskelanspannen wenn es kribbelte)
  • Handkurbeltraining (okay, hätte ich auch drauf verzichten können, aber gut, war auch Bewegung, die nicht die Hüfte belastete)
  • Ergometertraining (mit Technik von hinten aufsteigen, war ganz gut so!)
  • MTT (die übliche Medizinische Trainings-Therapie oder einfach Muckibude)
  • Hüft-Gruppe Isometrie (das war anstrengend, obwohl ich nachgelesen hatte, dass Isometrie wohl eher die mentale Anspannung von Muskeln ist, also Übungen in Gedanken mit Anspannung dieser durchführen. Im Grunde waren es dann aber Muskelübungen im Liegen, da man mit der frischen TEP ja nicht auf den Boden kommt, fand das ganze auf Liegen statt)
  • Ergo-Gehtraining (bei mir erst in der Gruppe Teillast und dann in der für Vollbelastung)
  • Ergo-Alltagstraining (oh man okay, war ganz nett, aber einmal hätte auch gereicht, es ging da mit verschiedenen Übungen die mehr als konstruiert waren, darum die Bewegungen im Alltag Achsengerecht zu trainnieren und immer schön den 90°-Winkel einhalten, war total langweilig)
  • Physiotherapie Einzeln (in der Planung 3 Mal die Woche, aber wegen großer Krankheits und Urlaubswelle fiel hier schon mal was aus)
  • Massage im Sitzen für LWS, BWS und HWS/Nacken  (ist leider auch teilweise ausgefallen, tat aber total gut, wobei eben nicht in Bauchlage, ist ja auch erstmal Tabu)
  • Hüft-Gruppe in der Turnhalle (nur mit Vollbelastung)
  • Bewegungsbad

Insgesamt war ich dann damit ganz gut ausgelastet und die Fortschritte waren dann immer wieder zu merken. Die erste Woche hatte mir der Arzt bei der Aufnahmeuntersuchung noch gesagt bitte halbes Körpergewicht und dann ab der 2. Woche hatte ich dann Vollbelastung im Kreuzgang. Die ersten Schritte ohne Stützen dann auf dem Zimmer und in der letzten Woche traute ich mich dann auch im Speisesaal ohne Stützen zum Büffet. Eine vierte Woche habe ich leider nicht bekommen, der Arzt hatte die zwar beführwortet, dann geht das in dieser REHA-Klinik zum Patientenmanagement und die entscheiden, wer die dann letzt endlich bekommt. Die Verlängerung hätte mir sicherlich nochmal gut getan, so intensiv macht man die Übungen einfach zuhause nicht und hier habe ich auch keine guten Bewegungsbadmöglichkeiten. Nach den 3 Wochen war ich aber auch dann froh wieder nach Hause zu kommen, auch wenn ich die Verlängerung gerne mitgenommen hätte.

Interessant war, dass auch hier herauskam, wie unterschiedlich die Vorgehensweisen bei der Hüft-TEP inzwischen sind. Ein Mann kam ohne Stützen in die REHA, er durfte und konnte die schon am 4. Tag nach der OP weglassen. Ich muss allerdings sagen, dass ich mich weiterhin gut mit der langsamen Variante fühlte, ich hatte das Gefühl, dass ich die Zeit dann durch die REHA auch wieder aufholte, einige die die gesamte REHA-Zeit noch Teillast hatten, konnten gar nicht so viel machen. Zum Thema aufpassen bei allen Bewegungenseinschränkungen zur Vermeidung einer Luxation liefen 2 Frauen in der REHA mit einer Hüftschiene nach einer Luxation herum, das war echt Warnung genug! Ich hatte mit beiden gesprochen und beide hatten nicht so richtig eine Ahnung welche falsche Bewegung gemacht wurde. Dadurch war ich aber weiterhin schön Vorsichtig und der Übermut kam gar nicht erst auf.

Die Lage der Klinik Lindenplatz lädt dann zu weiteren Trainingseinheiten ein, der Kurpark bietet sich gerade wenn das Wetter gut ist zu weiteren Laufrunden an und über den Kurpark kam man auch relativ gut nach Bad Sassendorf in die "City". Ich empfand den Ort insgesamt allerdings eher als REHA-Klinik. Es gibt wohl 5 verschiedene REHA-Kliniken und so ein bisschen merkt mal das überall ;-) Es gab aber auch einen Shuttel-Service, wenn man wegen Teillast oder anderen Gründen noch nicht so mobil war.

Die Cafes waren aber alle sehr gut, wobei der Kuchen es dann echt schwer machte, noch am Gewichtsthema zu arbeiten, so war ich nach 3 Wochen froh, dass ich nicht zugenommen habe. Zumal das Essen ziemlich gut war. Jeden Morgen gab es Obstsalat aus überwiegend frischem Obst und ein bisschen aus der Dose. Die Auswahl morgens war sonst auch ganz gut. Das Mittagessen bestand zwar nur aus 2 Menüs, aber das Essen war wirklich gut und nicht so der Kantinen-Einheitskram aus vielen fertigen Soßen, sondern alles frisch. Das Abendessen war dann etwas eintönig, aber eingentlich auch in Ordnung. Alles in allem wieder eine gute REHA, die gerade die ersten Muskelaufbau-Notwendigkeiten gut gefördert hat und auch insgesamt hat die Zeit gut getan. Zur Verbesserung gibt es immer etwas, aber das war dort eher auf hohem Niveau.

Entlassen wurde ich dann noch arbeitsunfähig, mit der Empfehlung, mit der Wiedereingliederung frühestens in 4 Wochen zu beginnen, somit erfolgt die Wiedereingliederung dann über die Krankenkasse und über den Hausarzt. Mal schauen wie das alles so weitergeht.

Stand 26.08.2018
Zurück zum Seiteninhalt