Reha 2003 - 3-fach-Beckenosteotomie

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Rund um die OP
Reha 2003


Organisation der Reha

Wie immer und wie bei allem bisher, gibt es natürlich auch für die Reha einiges zu organisieren. Erstmal muss die Reha beantragt werden.
Hierfür gibt es scheinbar zwei Möglichkeiten. Die erste Variante ist, die Reha bei der normalen Krankenversicherung zu beantragen. Die Krankenkasse muss die Reha dann genehmigen und ist auch für alle weiteren Dinge zuständig. Hierzu zählt z. B. auch wieder die Haushaltshilfe, die man unter bestimmten Voraussetzungen für die Kinder bekommt (Partner berufstätig, alleinerziehend usw.). Die Stunden sind dabei aber begrenzt und es wird auch wieder nur ein relativ geringer Betrag bezahlt oder wieder mit der betreffenden Organisation abgerechnet. Die Haushaltshilfe darf nicht in direkter Linie mit der Familie verwandt sein (Eltern, Geschwister, Kinder) weil die Verwandtschaft ja wie immer völlig selbstverständlich einspringt!

Eine zweite Möglichkeit der Beantragung liegt bei der BfA (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte) oder LVA (Landesversicherungsanstalten für Arbeiter) bzw. heute der DRV (Deutsche Rentenversicherung)! Bei mir war es so, dass mich meine Krankenkasse aufgefordert hat, die Reha bei der BfA zu beantragen. In welcher Situation man bei welchem Kostenträger beantragt, habe ich noch nicht herausgefunden, wobei der Krankenkasse natürlich daran liegt, das entweder BfA oder LVA die Kosten übernehmen. Wenn die Reha über die BfA oder LVA bezahlt wird, sind diese auch für Übernahme von Haushaltshilfe, Fahrtkosten etc. zuständig.

Der Antrag zur Reha bei der der BfA und bei der LVA wird nach einer großen Operation oder bei Unfallfolgen per Eil-Antrag gestellt, da dann über den Antrag innerhalb von 4-6 Wochen entschieden wird. Ansonsten dauert das Verfahren ungefähr 3-4 Monate! Auch die LVA und BfA übernehmen die Kosten einer Haushaltshilfe unter ähnlichen Voraussetzungen wie die Krankenkasse und bei beiden Kostenträgern muss das natürlich zustätzlich beantragt werden! Die Fahrtkosten werden in Höhe der Bahnfahrkarte übernommen, die die BfA und die LVA aber über die Bahn günstiger erhalten. Wer also mit dem Auto fährt bekommt die Fahrkosten in Höhe der für die LVA oder BfA günstigeren Bahnfahrkarte ersetzt (Bei mir wurde der Betrag von der Rehaklinik ausgezahlt!).
Die weiteren Organisatorischen Dinge wie Koffer packen und Blumen-Post-Wohnungsversorgung kennt ihr ja jetzt schon!

In den Koffer für die Reha kommt auf jeden Fall der Bademantel, Badelatschen und möglichst viele Badeanzüge/Badehosen (ich war zeitweise 3-4 Mal am Tag im Wasser und in den nassen Badeanzug steigen ist wirklich toll!). Turnschuhe und -hose ist ja sicher auch logisch! Die Stützen habt ihr ja entweder noch und werdet sie nicht vergessen ansonsten vielleicht für längere Spaziergänge noch mitnehmen. Die üblichen medizinischen Dinge wie Röntgenbilder, Befunde usw. gehören natürlich auch in das Gepäck! Bei mir war es dann aber auch so, dass ich von der Reha-Klinik eine Liste bekam was man während der Reha braucht.

Viel mehr fällt mir jetzt zur Organisation der Reha nicht ein. Der Arbeitgeber muss auch über die Reha und den geplanten Zeitraum informiert werden. Nach den Bescheinigungen für den Arbeitgeber muss man dann in der Reha nachfragen, genauso wenn dann eine Verlängerung ansteht!

Die Zeit in der Reha

Die meisten müssen sich ja Koffer- und Organisationstechnisch auf 3 Wochen einstellen, je nach Ausgangssituation gibt es aber auch Rehaverlängerungen. Ich war z. B. bei der 1. Operation 4 Wochen (Bei der 2. Op dann nur 3 Wochen). Die Länge der Reha ist davon abhängig, zu welchem Zeitpunkt nach der OP man zur Reha fährt und damit ja wie weit man mit dem Belastungsaufbau ist!

Ich selber bin erst 1/2 Jahr nach der Op in Reha gefahren, war bei Vollbelastung angekommen, hatte aber meine Stützen noch. Ich fand den Zeitpunkt für mich genau richtig. Ich konnte in der Reha bei allen Sachen komplett mitmachen, hatte keinerlei Einschränkungen mehr und somit auch nicht ständig Angst, dass die mit mir in der Reha zuviel machen.

Auch bei der Reha gibt es wieder ein Standartaufnahmeverfahren. Am ersten Tag wir eine Aufnahmeuntersuchung gemacht und in diesem Gespräch kann man auch Wünsche bezüglich der Behandlung, Schwierigkeiten usw. ansprechen. Ansonsten passierte am ersten Tag nicht mehr viel. Abends hatte ich dann meinen Therapieplan im Postfach. Der Therapieplan ist wie ein Stundenplan aufgebaut und geht direkt über die gesamten 3 Wochen die ja bei jedem erstmal geplant sind!

Ich hatte dann jeden Tag (Mo-Fr) 4-6 Anwendungen! Gruppengymnastik (in einer Gruppe die eher auf TEP ausgerichtet ist!), Einzel-KG, Kleingruppenwasser-KG, Gruppenwassergymnastik (wieder überwiegend TEP-Leute), Ergomethertraining (Fahrradfahren), Gelenkschule (2x Vortrag über das Hüftgelenk), Gesundheitsschule (2x Vortag zum Thema allgemeine Gesundheit), Muskelaufbautraining (Mucki-Bude), Fangopackungen für den Rücken (mein Rücken machte auch Probleme, bekommen aber wohl auch einige die wegen dem Stützenlaufen total verspannt sind!). Das war so das Programm für die ersten 2 Wochen. In der 3. Woche kam dann noch Aqua-Jogging dazu und ich wechselte aus der Gruppengymnastik in Einzel-Gehschule, da in ich in der Gruppe für die TEPs ich unterfordert war. Diesen Wechsel habe ich nur bekommen, weil ich den bei der Ärztin angefragt habe!!! Es ist also immer wichtig sich zu melden, wenn etwas nicht gut läuft oder nicht ausreicht und man Veränderungen möchte. Desweiteren bekam ich dann Ende der 2. Woche noch Gruppenwassergymnatik für den Rücken dazu, da ich massive Rückenschmerzen hatte (auch wieder nur auf eigenen Wunsch).
In der Rehaklinik wo ich war, wurden einmal die Woche auch Arzttermine vergeben und in einem Gespräch Anfang der 2. Woche bekam ich dann auch schon die Verlängerungswoche, da ich selber merkte, ich werde so gerade die Stützen los, war es mir selber dann zu kurz, danach die Woche schon wieder nach Hause zu müssen.

Die ersten Tage waren dann auch sehr anstrengend. Allein die Wege vom Zimmer zum Essen und zu den Therapien waren mehr als ich Zuhause an Bewegung gewohnt war. Da ich Anfangs auch noch sehr unbeweglich war, ist das ständige an-, aus- und umziehen auch ziemlich anstrengend! Durch die ungewohnte hohe Belastung, tat mir dann auch die Hüfte erstmal wieder einiges mehr weh und ich hatte schon die Befürchtung auch wieder mit Stützen nach Hause zu gehen.
Nach der 1. Woche wurde es dann aber nach und nach besser und in der 2. Woche ließ ich die Stützen mehr und mehr weg! Ich ging dann z. B. mit Stützen zum Essen (einige m und 3 Fahrstühle! Nachher 2 Fahrstühle 1 Treppe) hagte die Stützen an meinem Stuhl ein und dann ohne Stützen zum Buffet, ist ja gerade zum Tellertragen ganz praktisch. In der 4. Woche hab ich sie dann nur noch mit nach draußen genommen und das oft auch nur weil es immer wieder geschneit hat und mir das auf dem Schnee noch zu unsicher war, so ganz ohne Stützen!

Nach Hause hab ich die Stützen dann nur noch im Kofferraum transportiert, bin das erste mal wieder selber Autogefahren und danach kamen die Stützen dann direkt in den Keller! Das war nach der langen Zeit dann ein ganz tolles Gefühl!

Insgesamt hat mir die Reha sehr gut getan und ich war ja dann auch nach der 2. Operation wieder in der Reha. Die letzte Woche wollte ich zwar dann eigentlich nur noch nach Hause, aber gerade die Woche hat mir auch noch einiges gebracht, vorallem viel mehr Sicherheit im Laufen ohne Stützen.

Ich würde auch wieder nach erreichen der Vollbelastung fahren wollen, da mir die Reha zu diesem Zeitpunkt am meisten gebracht hat. Eine Reha bzw. Anschlussheilbehandlung direkt nach der Op finde ich persönlich nur sinnvoll, wenn man zu Hause nicht gut versorgt werden kann (z. B. kein Anspruch auf Pflegehilfe und Haushaltshilfe und kein anderer da der dies übernehmen kann) und möglichst dann noch eine Reha möglich ist, wenn die Vollbelastung erreicht ist. Es gibt wohl auch eine geteilte Anschlussheilbehandlung wo das ja dann möglich ist, den 2. Teil erst bei Vollbelastung zu beginnen.
Ich selber wollte erst eine ambulante Reha machen, also Anwendungen so wie ich sie beschrieben habe, aber zu Hause schlafen. Letztendlich war ich nachher froh sie doch stationär gemacht zu haben, weil mir die Fahrerei und vorallem der Stress, der dann zu Hause ja doch gewesen wäre mir zuviel geworden wäre. Außerdem konnte ich mich so mal wieder ganz auf mich konzentrieren. Allerdings denke ich, wenn die Reha nur ambulant geht ,ist es immernoch besser als gar keine Reha zu machen!

Ein weiterer Faktor war, das ich nach der Isolierten Lebensituation, den eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten, den massiven Schlafstörungen und einigen anderen Problemen die durch die Operation entstanden sind die Zeit für mich in der Reha gut nutzen konnte, um insgesamt wieder ausgeglichener zu werden und auch den ehrheblich überlasteten Körperteilen (Rücken, nicht operierte Seite, Schultern, Hände...) mal wieder was gutes tun konnte!
Bei einigen Sachen die nach der Reha noch fehlten (Treppen waren noch schwierig, die Kraft im Knie fehlte usw.) hat dann der Alltag mit den ganz normalen Bewegungen (Treppen, Anziehen, ausziehen usw.) und der erste Sport (Fahrradfahren, Schwimmen, 8 Monate nach der Op auch wieder Tanzen) nach und nach die Situation verbessert, es dauert halt einfach länger als die geballte Trainings-Version in einer Reha!




Stand 26.08.2018
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