OP 2002 re - 3-fach-Beckenosteotomie

Direkt zum Seiteninhalt
Rund um die OP
Operation 2002



Der Aufnahmetag

Die meisten werden einen Tag vor der Operation aufgenommen. Sollte der Aufnahmetag ein Sonntag sein erst am Nachmittag und die Voruntersuchungen finden Freitags davor als "vorstationäre Untersuchungen" statt. Ansonsten muss man Morgens meist schon bis 8 oder 9 Uhr da sein.

Bei mir war es in Dortmund so, dass bei der vorstationären Untersuchung erstmal Blut abgenommen wurde, für ein komplettes Blutbild, inclusive dem schon in der Blutbank gemachten Aidstestes (soweit zur Kosteneinsparung!!!!). Als weiteres wurde ein aktuelles Röntgenbild gemacht, da die vorhandenen Bilder älter waren wie 3 Monate.
Ansonsten waren die Untersuchungen eher Gespräche. Eins mit dem/der Anesthesisten/in, der/die über die Narkoseform aufklärt und eine Anamnese (die bisherigen Operationsdaten, Erkrankungen, Medikamente, Allergien, Besonderheiten usw.) macht, um eventuelle Risiken und Besonderheiten einschätzen zu können. Ein weiteres Gespräch findet mit einem Pfleger oder einer Schwester statt. Wiedermal wird die Anamnese aufgenommen und für das Pflegepersonal wichtige Aspekte abgescheckt. Die dritte Gesprächsrunde findet mit einem Arzt statt. Die Anamnese kennt man inzwischen auswendig. Ich habe festgestellt, die Fragen sind bei allen drei Parteien (Pflegepersonal, Anesthesie, Arzt) fast die gleichen, vielleicht sollte man sich das alles vorher schon mal zurechtlegen, welche Op war wann, welche Narkoseform, Schwierigkeiten, Erkrankungen in der Familie... (ich bringe inzwischen immer einen Ausdruck meiner Anamnese mit und der wird immer nur noch an den Bogen angetackert ;-) )

Der Arzt hat mir dann nochmal genau erklärt wie die Operation ablaufen wird und was die ersten Tage auf mich zukommt. Meine Fragen konnte ich auch noch loswerden.
Nachdem ich dann gegen 14 Uhr noch kurz mit dem Oberarzt gesprochen habe, konnte ich dann erstmal wieder nach Hause fahren und musste Sonntagnachmittag bis 16 Uhr wieder auftauchen. Da wurde mir dann nur noch das Zimmer verpasst (in Dortmund wohl 2-4 Bett-Zimmer) und ansonsten gabs an dem Nachmittag/Abend nichts mehr. Ach nee, halt, da kam dann noch die Nachrasur, da wurde dann noch jedes Häärchen was sich eventuell der eigenen Rasur entzogen hatte aufgespürt und entfernt. Es gab noch eine Pille für die Nacht, damit man halbwegs schlafen kann.


Der Operationstag

Am Op-Tag war ich sehr aufgeregt und ziemlich ängstlich, aber es waren alle supernett zu mir. Ich wurde um ca. 9 Uhr in den Op-Bereich gefahren. Als erstes legte dann die Narkoseärztin mir die Rückenmarksnarkose, die ja in Dortmund die ersten 4-6 Tage auch nach der Op liegenbleibt und immer wieder nachgespritzt wird, damit man weitgehend schmerzfrei bleibt. Das war nicht so angenehm, aber wahrscheinlich hauptsächlich deswegen weil ich super verkrampft war und ich eine Heidenangst vor der Narkoseform hatte. Wenn ich dann aber an die ersten Tage denke die ich dann wirklich fast schmerzfrei war, war es das auf jeden Fall wert sich diese Narkoseform zusätzlich legen zu lassen.

Danach ging es in den Op und zur Vollnarkose und dann bekommt man ja nun Einglück gar nichts mehr mit.
Ich bin dann im Aufwachraum wieder wach geworden und habe dann gefroren, so kalt war mir glaube ich im Leben noch nicht, aber es wurde dann sofort eine Bettheizung unter die Decke geschoben und es ging dann auch recht schnell. Mein HB war während der Op auf 6,8 abgesackt und ich habe noch im Op meine erste Eigenblutspende wieder bekommen und im Aufwachraum dann die zweite Ladung direkt hinterher.

An die ersten Stunden auf der Station kann ich mich kaum erinnern, ich bin immer wieder eingeschlafen und durfte dann gegen Abend den ersten Tee trinken. Das klappte alles auch wunderbar und der Tee blieb auch drin. Es waren alle super freundlich und sehr vorsichtig, so dass ich mich recht schnell gut aufgehoben gefühlt habe. Der erste kurze Arztbesuch war dann auch zwischendurch und ich durfte kurz mit den Füßen winken ob das auch alles beweglich war. Vor dem Dauerkatheter hatte ich ursprünglich auch Schiss und stellte dann aber nur fest, den merkt man gar nicht und die lästige Bettpfanne die ich von anderen Ops am Op-Tag kannte bleibt einem so auch erspart. Alles in allem war der erste Tag außer der Aufregung morgens vor der Op schnell umgegangen und ich habe kaum was mitbekommen.

Die Tage nach der OP

Die ersten Tage nach der Op waren bestimmt nicht besonders toll, aber gar nicht so schlimm wie ich sie befürchtet hatte. Ich schlief immer wieder ein, was allerdings dazu geführt hat, dass ich, die eh schon Schlafstörungen hat, Nachts auch immer wieder längere Zeit wachgelegen habe. So ein richtiger Unterschied war zwischen Tag und Nacht nicht.
An der Schulter hatte ich den Schlauch zur Rückenmarksnarkose, über den dann die Betäubung immer wieder (ca. alle 6-8 Stunden) nachgespritzt wurde. Ich habe glaube ich nur 1 oder 2 Mal noch zusätzlich Schmerzmittel gebraucht in den ersten 3-4 Tagen. Am fünften Tag wurden die Abstände des Nachspritzens länger und am 5 Tag wurde das Ding dann ganz gezogen. Ab da kam ich mit 3-4 mal täglich Novalgin aus, wobei es wohl auch stärkere Schmerzmittel gibt, wenn man doch mehr Schmerzen hat.

Am 3. Tag (oder war es der 2.?) wurden die Redronschläuche gezogen. Da ich von meinen bisherigen Ops wusste, dass sich das zwar komisch anfühlt aber nicht wehtut, war das überhaupt kein Problem. Kräftig mitgehustet, habe ich das kaum gespürt.
Das ziehen des Blasenkatheters war da schon schwieriger, wobei man das Ziehen selber fast überhaupt nicht spürt. Allerdings konnte ich nicht pieseln so das nach einigen Stunden ein neuer Katheder gelegt wurde, aber auch das ist überhaupt kein Thema gewesen. Ich hatte den Katheder dann bis ich wieder aufgestanden bin und zur Toilette laufen (hoppeln) konnte. Ab da war auch das Pieseln kein Problem mehr!
Zu Essen bekam ich die ersten 3 Tage gar nichts. Allerdings bekam ich einen Tropf nach dem anderen angehängt, hab sie nicht zählen können. Am Nachmittag des 3. Tages gab es Astronautenkost. Ich habe aber auch überhaupt kein Hunger gehabt, mein Körper hat aber auch genug als Reserve! :-) Ab dem 4. Tag gab es dann Zwieback und dann wurde das Essen aber auch wieder normal.

Krankengymnastik war in den ersten Tagen nur die Venenpumpe (Zehen anziehen und dann wieder nach unten drücken, gleichzeitig und im Wechsel) und ein bisschen anheben des operierten Beines. Da ich Montags operiert wurde war der Tag an dem ich hätte das erste Mal wieder aufstehen dürfen ein Samstag und da wurde das Aufstehen dann auf Montag verlegt. Das war in meinem Fall aber eher gut, mein Kreislauf war die ganze Zeit ziemlich im Keller und wurde nur sehr langsam stabiler. Montags fühlte ich mich dann richtig fit. Das Aufstehen morgens waren dann glaube ich aber nur ca. 4 Sekunden, dann lag ich schon wieder. Mein Kreislauf machte gar nicht gut mit, aber das kenne ich bei mir schon immer so. Nachmittags war es dann schon was länger.

Ab dem Dienstag wurden die Ausflüge dann immer länger und ich konnte endlich wieder normal auf Toilette gehen. Anfangs bin ich mit einem Rollwagengestell gehoppelt, das auch dann recht schnell alleine. Dann kamen die Unterarmgehstützen, das war anfangs etwas schwieriger aber es ging dann auch halbwegs. Mein Kreislauf machte nur immer wieder schlapp und zustätzlich war es dann auch richtig gut heiß. Ungefähr ab Freitag hoppelte ich dann aber auch mit den Stützen alleine herum, zwar nie besonders lange, aber immerhin alleine.

Montags waren dann ja schon 14 Tage um und die Fäden wurden gezogen. Das ziepte ein bisschen ging aber eigentlich auch, schissig bin ich einfach immer und zucke schon bevor was passiert. Am gleichen Tag wurde dann auch noch Treppensteigen geübt und dann auch entschieden am Mittwoch geht es nach Hause.
Die Narbenheilung war bei mir völlig unproblematisch, die Pflaster blieben schon nach 2 Tagen komplett weg, nur das Pflaster auf dem Hintern war noch 2-3 Tage länger.

In den 16 Tagen hatte ich zwar immer wieder auch extreme Tiefpunkte, aber im nachhinein betrachtet ist doch alles recht schnell umgegangen und irgendwie war auch alles erträglich. Die Heprinspritzen wo ich den totalen Horror vor hatte, habe ich ab dem 6. oder 7. Tag selber gespritzt und das völlig schmerzfrei, allerdings habe ich auch eine ziemlich gute Bauchrolle dafür. Erst zuhause nach einigen Wochen taten die Spritzen ab und an mal weh, meistens hatte ich dann aber das Gefühl die Spritze war stumpf! Es muss ja auch mal Vorteile geben, wenn man nicht mit Idealmaßen aufwarten kann.
Am 16. Tag war ich dann aber froh nach Hause zu dürfen, auch wenn ich ein bisschen Angst davor hatte zu Hause dann auch klar zu kommen. Mittwoch morgen trat ich dann per Liegendtransport, nochmal mit einem Anti-Schmerz-Cocktail den Rückweg in die Heimat an.

PS: Was absolut erstaunlich war, ich habe sonst immer morgens Rückenschmerzen und auch bei Belastung Schwierigkeiten mit dem Rücken. Ab dem Tag wo ich nur noch auf dem Rücken lag, in der Vorstellung vorher der Horror pur, hatte ich keine Rückenschmerzen mehr!!!! Es juckte und war zu warm gerade als es so heiß war, aber keinen einzigen Tag Rückenschmerzen! Anfangs habe ich das auf die Rückenmarksnarkose geschoben, aber auch als die weg war hatte ich keine Rückenschmerzen. Erst als ich Monate später wieder auf der Seite geschlafen habe, da kamen die Rückenschmerzen wieder!




Stand 26.08.2018
Zurück zum Seiteninhalt