Nach der OP - 3-fach-Beckenosteotomie

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Rund um die OP
Nach der Operation



Per Liegendtransport bin ich dann ja nach Hause gekommen! Wobei ich inzwischen von einigen mitbekommen habe, dass einzelne Krankenhäuser mit normalem Pkw nach Hause fahren lassen. Die meisten dürfen aber ungefähr die ersten 6 - 8 Wochen nicht sitzen, bzw. nicht mehr als 60 Grad winkeln, von daher meist doch eher der Liegendtransport!

Ich kann nur jedem empfehlen, selbst wenn bis zur Entlassung schon nicht mehr so viel Schmerzmittel genommen wurden, für die Fahrt nach Hause, vorallem wenns was länger wird, nochmal vorher Schmerzmittel zu nehmen, so superbequem ist der Liegendtransport nicht und die Schlaglöcher der Straßen können schonmal ziemlich heftig sein!
Die ersten Tage waren bei mir ein Mischung aus dem Gefühl von Freiheit und aber auch großer Unsicherheit. Die Angst zu fallen ist doch am Anfang sehr groß gewesen. Auch das mulmige Gefühl mit einem Pflegedienst parat zu kommen war schon nicht ohne. Allerdings hat sich das bei mir als völlig unnötig erwiesen, es waren fast alle immer super nett und es klappte ganz gut. Mit jedem Tag zu Hause und jedem was dann nach und nach wieder besser klappte wurde ich dann auch wieder zuversichtlicher.

Jedes Kleinteil jetzt hier aufzuschreiben wäre zu viel, wobei ich schon immer mal überlegt habe, man sollte ein Buch darüber schreiben! Zu behaupten die Zeit wäre leicht zu überstehen wäre gelogen und auch nicht sonderlich fair. Ich denke jede/r erlebt die Zeit anders, jeden stören andere Dinge, aber insgesamt ist es eine schwere Zeit, die aber keine unlösbaren Probleme aufwirft. Man ist halt sehr abhängig von anderen, das zu akzeptieren fällt jedem unterschiedlich schwer.

Bei mir selbst gab es immer wieder Tage, wo es ganz gut ging und dann wieder gab es Tage wo ein runtergefallenes Buch oder die weggefallene Stütze einem die Tränen in die Augen trieb! Jeder kennt sich ja eigentlich ganz gut und kann sich auch entsprechend vorbereiten, z. B. Besuch organisieren wenn man weiß, dass man nicht gut allein sein kann, Besuch vermeiden wenn man merkt, dass es einem zuviel wird, das ist sicherlich für jeden anders und auch noch mal jeden Tag unterschiedlich!

Es ist sicherlich sehr sinnvoll, für die ersten Tage zu Hause jemanden zu haben, der sich um den Formalkram kümmert, Verordnungen müssen vom Orthopäden abgeholt werden, Krankmeldungen müssen zum Arbeitgeber. Die Heparin-Spritzen für den Entlasstag bekommt man vom Krankenhaus mit, für den nächsten Tag müssen aber weitere Spritzen rezeptiert und von der Apotheke geholt werden.

Am härtesten war die Zeit bis man wieder relativ gut sitzen konnte. Am meisten wird eigentlich die Geduld ausgetestet und endlos in die Länge gezogen. Meine Op ist ja jetzt schon so lange her und im nachhinein auf die Distanz betrachtet, ist vieles viel einfacher gewesen als gedacht. Mit anderen Dingen hatte man wieder gar nicht gerechnet und die waren dann schwiergiger als vorher abzusehen war! Es war eine Zeit der "Auf" und "Abs", es ist nicht leicht gewesen und wenn es nicht unbedingt sein muss, würde ich die Op auch nicht nochmal machen lassen. Allerdings wenn die Notwendigkeit gegeben ist, ist es eine Zeit die man gut schaffen kann, um so besser die Zeit vorbereitet wird, um so leichter wird es natürlich.

Weiter ist auch die richtige Mischung aus Informiert sein und nicht alles wirklich vorher wissen zu müssen gut! Halt nichts im Extrem, alles zu wissen ist wahrscheinlich genauso ungünstig, wie völlig uninformiert an diese Op heranzugehen.

Ich hatte bei der 1. Operation, auf der rechten Seite, eine leichte Knochenheilungsverzögerung und habe dadurch 8 Monate gebraucht bis ich wieder arbeiten gehen konnte. Ab Mitte Januar war ich 4 Wochen in Reha, was mir sehr viel gebracht hat und mir auch genau zum richtigen Zeitpunkt erschien. Ich bin noch mit Stützen zur Reha gefahren und seit dem Rückweg aus der Reha hab ich sie nicht mehr benutzt. Ab Mitte März habe ich dann wieder gearbeitet und kam auch ganz gut klar, ab und an nach längerer oder auch stärkerer Belastung spürte ich die Hüfte schon mal mit leichteren Schmerzen. Allerdings ist es kein Vergleich zu der Zeit vor der Op gewesen. Mein Schmerzmittelkonsum ist ziemlich gesunken. Längeres Sitzen wie z. B. bei einem Computerwochendseminar oder Autofahrten über 2 Stunden machten mir noch Schwierigkeiten.Ich konnte aber schmerzfrei Fahrradfahren und Schwimmen ging auch viel besser wie vorher.

Jetzt muss die Zeit zeigen ob die Op wirklich ein Erfolg war!

Stand 26.08.2018
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