Krankenhausaufenthalt - 3-fach-Beckenosteotomie

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Die Zeit im Krankenhaus


Am Donnerstag den 9. Mai ging es dann auf zur Aufnahme nach Unna. Da die Voruntersuchungen schon gelaufen waren, brauchte ich erst um 11:30 Uhr auf der Station sein.


Morgens habe ich mich dann mit meinem Koffer in den Zug nach Unna gesetzt und war dann mit der Pünktlichkeit der Deutschen Bahn doch auch erst um 11:15 Uhr im Evangelischen Krankenhaus Unna. Auf der Station angekommen wurde ich dann von allen freundlich in Empfang genommen und bezog mein Zimmer.


Dann war mal wieder warten angesagt. Die Voruntersuchungen waren gelaufen und so passierte am Aufnahmetag im Grunde außer Blutdruckmessen und nochmal Fragen nach Tabletten & Co und dem obligatorischen Urinbecherchen für den nächsten Morgen, nix mehr. Ich hatte ein 3-Bett-Zimmer wobei das Bett am Fenster noch leer war. Eine Patientin die im Bett in der Mitte lag, quatschte mir in einer Tour ein Ohr ab und wiederholte die Geschichte dann zum dritten Mal selbst als ich gerade Fernseh guckte. Sie wurde dann aber noch am Nachmittag entlassen und damit hatte ich dann ein 3-Bett-Einzel-Zimmer.


Am Bettende stand dann bald auf einem Hocker die tolle Lagerungsschiene für das Bein, das Operationshemd und die Thrombosestrümpfe, ein bisschen war das ein Deja Vu zur Dreifachen. Ich war zwar etwas aufgeregt und hatte einige Ängste wegen möglicher Nebenwirkungen und Risiken, schließlich hatte ich schon 2 Mal bei solchen leider hier geschriehen.


Am späten Nachmittag erhielt ich dann die Info, dass ich am nächsten Tag erst um 13 Uhr dran bin, da war ich schon etwas erschrocken, die Warterei ist wirklich doof, Abends kam dann die Info, war ein Fehler, ich wäre direkt um 8 Uhr dran, da war ich dann doch ziemlich erleichtert.


Geschlafen habe ich dann realtiv gut, das Wecken um 6:30 Uhr brauchte ich dann allerdings nicht, da stand ich schon unter der Dusche. Für kurz vor acht wurde dann ein OP-Pfleger angekündigt, der mich abholt und dem ich dann auch den Schlüssel für den Schrank geben sollte. Ich lag dann fix und fertig in meinem Bettchen und dachte noch och ich habe Dr. Küpper gar nicht mehr gesprochen, der mich ja operieren sollte. Da hörte ich Männer-Schritte auf dem Gang und dachte es geht los. Aber nein, da kam dann Dr. Küpper herein und wollte ggf. noch Fragen beantworten, die ich vielleicht hätte und mich beruhigen. Er war echt super nett, meinte dann noch, ich hätte ja doch schon einige Päckchen, aber dass hieße ja nur, dass sie besonders gut auf mich aufpassen würden. Das war irgendwie total nett und kurz danach kam dann schon eine Pflegerin, die mich in den OP brachte, übrigens die einzige in der ganzen Zeit die ein bisschen komisch und nicht so nett war. Schon im Vorbereitungsraum wo es vom Bett auf den OP-Tisch ging, waren nur noch super freundliche Menschen unterwegs. Ich war sowas von positiv überrascht, wie nett alle waren.

Im eigentlich Vorbereitungsraum wurde dann noch die üblichen Verkabelungen vorgenommen, der Zugang gelegt, mir war direkt eisekalt, normal kenne ich das eher vom Aufwachraum, ich bekam aber sofort eine Wäremedecke und ich habe noch lange erzählt mit der Anästhesistin und der Anästhesie-Pflegerin, ich sollte noch vom weitest entfernten Urlaub erzählen und auch Fragen beantwortete ich noch, mein letzter Satz war dann "und jetzt bin ich gleich weg".

Danach wurde ich dann von Unterhaltungen im Hintergrund begleitet wieder wach. Wobei Wach ist realtiv, ich hörte zwar die Unterhaltungen, aber die Augen bekam ich lange nicht auf. Ich hatte ein bisschen Schmerzen, aber irgendwie bin ich nicht auf die Idee gekommen, mich zu melden. Irgendwann kam dann jemand an mein Bett und da reichte mein Wachsein zumindest für das Wort Schmerzen. Mein Kreislauf wollte wohl nicht so richtig wieder in Schwung kommen und so wurde ich als eigentlich Bluthochdruckpatientin gefragt, ob mein Bludruck immer so niedrig sei.

Es dauerte dann noch etwas bis ich meine Augen auch aufmachen konnte und das auch mehr als nur ne Sekunde. Gegen viertel nach eins kam ich dann wieder auf die Station, bei der Übergabe an die Schwestern mit dem Hinweis mehrerer Werte und dabei war der HB von 12,2 wow dachte ich, das ist ja super.

Dr. Küpper hatte zwar angeboten, meinen Freund direkt nach der OP anzurufen, da mein Freund zu dem Zeitpunkt aber im Auto von Aachen nach Unna sitzen wollte, habe ich dann gesagt, er käme dann und von daher besser nicht anrufen, während er im Auto sitzt. Aber das Angebot fand ich schon super, dass ist wohl in Unna auch so üblich, dass Angehörige direkt nach der OP angerufen werden, wenn diese das möchten.

Mein Freund kam dann aber schon bald und alles war irgendwie gut, ich war relativ wach dann und hatte auch keine Schmerzen. Nachmittags kam dann Dr. Küpper und berichtete, dass alles gut gelaufen wäre, die Pfanne hatte wohl etwas Schwierigkeiten gemacht, da es bei mir alles recht flach war, aber nach dem zweiten Mal fräsen hätte es dann gesessen, er hätte aber trotdem Vorsichtshalber noch eine Schraube verwendet um die Pfanne zu fixieren. Außerdem meinte er, dass der Knorpel in der Hüfte schon total zerfleddert gewesen wäre, das hätte man nach dem Röntgenbild so nicht erwartet und die Stelle im hinteren Hüftkopfbereich, wo auch ein Teil der Knochenanlagerungen waren wäre ich schon Knochen auf Knochen gelaufen. Das war dann nochmal so die letzte Bestätigung, dass es einfach jetzt der richtige Zeitpunkt war.

Die nächsten Tage liefen dann insgesamt sehr Bilderbuch mäßig. Mein Freund war bis Sonntag dann in Unna und so war ich tagsüber dann in meinem 3-Bett-Einzelzimmer nicht so alleine und das war eine nette Ergänzung zu der aber guten Versorgung durch die Schwestern und Pfleger.

Selbst die Nächte gingen ganz gut. Am Samstag nach der OP kam dann eine Schwester morgens zum Waschen und drehte mich mit dicker Decke zwischne den Beinenn auch zur Kontrolle und zum Waschen auf die Seite, dass fand ich nicht so dolle, aber alles andere ging echt gut.

Zum Frühstück kam dann direkt die Physiotherapeutin, die übrigens super nett war. Mein Kreislauf war weiterhin im Keller und ich durfte erst Frühstücken und die Physiotherapeutin kam dann später noch mal. Da ging es dann auf die Bettkante, was dann viel einfacher ging, als das drehen auf die Seite und das Deja Vu zur Dreifachen mit dem Robben an den Rand und auf die Bettkante kommen war dann irgendwie alles wieder da. Auf der Bettkante ging es mir dann ziemlich gut, aber das wagemutige och ruhig auch mal aufstehen, war dann direkt nach einer Sekunde mit Ohrenrauschen direkt wieder vorbei. Aber ich hatte länger auf der Bettkante gesessen und von daher war alles gut.

Den Rest des Tages und auch am Sonntag habe ich dann mit Hilfe von meinem Freund zum Essen immer auf der Bettkante gesessen und das ging ganz gut. Nachts nutzte ich immer wieder das elektrische Bett um die Positition immer mal ein bisschen zu verändern.

Samstag kam dann nochmal der nette Pfleger aus dem Aufwachraum und hat mir Blut abgenommen, bei mir übrigens nicht so einfach, viele kriegen das nicht hin, ich war begeistert, dass das in Unna immer klappte, Blutabnehmprofis!

Sonntag morgen stand dann der Aufwachraumpfleger und eine Assistenzärtzin nach dem Frühstück gleichzeitig an meinem Bett, eine Seite wurden die Redronschläuche gezogen und eine Seite wieder eine Blutabnahme. Man bin ich vor solchen Sachen immer aufgeregt, aber wie immer war das Schläuche ziehen gar kein Thema, kurz mitgehustet und kaum mitbekommen dass da was gezogen wurde. So ging es dann nach und nach in der Nachbehandlungsroutine weiter. Den Dauerkatheder wollten die erst Montagmorgen ziehen, wenn ich dann auch auf Toilette aufstehen könnte. Und genauso hat das auch geklappt. Montagmorgen wurde ich dann der Katheder gezogen und ich konnte auf dem Toilettenstuhl zum Waschbecken zum waschen, das ging super, nur wieder hinstellen am Waschbecken sorgte für Ohrenrauschen, mein blöder Kreislauf.

Nach dem Frühstück kam wieder die nette Physiotherapeutin, erst wieder an die Bettkante und dann ging es sogar schon auf den Flur, für den Notfall der Toilettenstuhl immer in Begleitung um ggf. direkt wieder sitzen zu können. Aber das klappte super und selbst das Laufen an den Stützen ist tatsächlich ein bisschen wie Fahrradfahren. Die Physiotherapeutin scherzte schon herum, was sie mir denn noch beibringen solle. Montag ist dann auch noch als aller letztes der Zugang gezogen worden, also wieder völlig Kabel-, Schlauchlos weiter.

Als ich dann gegen Mitttag auf die Toilette musste, hab ich für den Hinweg noch brav geklingelt, den Rückweg zum Bett habe ich dann schon alleine bewältigt. Die nächsten Tage vergingen dann auch im gleichmäßigen Rythmus, morgens ohne Frühstück, war mein Kreislauf völlig im Keller, ich fühlte mich schon ziemlich schlapp. Auf Nachfrage war aber auch mein HB dann doch noch in den Keller gegangen. Der Wert von Sonntag war dann bei 9,6 und Mittwochs ist er sogar noch auf 8,5 runter gewesen, aber gut ich erinnerte mich wieder an den Spruch aus Dortmund "warten Sie mal, wenn der HB wieder 2stellig ist, wird es besser". Also war klar es braucht einfach wieder Geduld.

Mittwoch ging es dann mal ein paar Stufen rauf und runter, aber auch das ging immer noch ganz gut, ich komme zwar nicht mit der Geländerversion klar, aber mit den beiden Stützen geht ganz gut. Mittwoch und Donnerstag habe ich mich dann auch schon getraut Ausflüge zur Cafeteria zu unternehmen und hab auch meine Röntgenbilder im angegliederten Ärztehaus abgeholt.

Am 18. Mai also den Freitag bin ich dann mit einem total netten lustigen Taxifahrer wieder zurück nach Aachen. Im Gepäck die Röntgenbilder und die Nachbehandlungsanweisung bis 6 Wochen Post-OP die operierte Seite nur mit max. 30 Kilo zu belasten. Zur Tromboseprophylaxe sollte ich Xarelto 10 mg Tabletten bis zum erreichen der Voll-Belastung nehmen.

Stand 26.08.2018
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